15.11.2022 21:06 Alter: 15 days
Kategorie: fb2, geschichte

Eindrucksvolle Erfahrungen in Hadamar


Anlässlich des Jahrestages des historischen Datums am 09.11 fuhren wir, der Geschichtsleistungskurs von Herrn Walter, am 08.11. 2022 zu der Gedenkstätte Hadamar. Zum Ziel unserer Exkursion machten wir es uns, die regionale Geschichte der Nationalsozialisten erfahrbar werden zu lassen, um einen besseren Eindruck für die Verbrechen der Nationalsozialisten zu erhalten, so gewannen die im Unterricht besprochenen Fakten durch die Gedenkstätte Hadamar ein Gesicht.


Ein Gesicht bekommen, ist im Zusammenhang mit unserer Exkursion wörtlich zu verstehen, da unser LK die Möglichkeit erhielt, an einem geleiteten Workshop teilzunehmen. Den Einstieg in unseren Workshop bildete ein Gespräch über verschiedenste Zitate, welche es galt, zeitlich von 1880 bis 2020 einzuordnen. Da Hadamar eine Gedenkstätte zur Euthanasie ist, bezogen sich die Zitate auf die Lebensweise von Menschen mit körperlichen als auch geistigen Einschränkungen. Außerdem lernten wir dadurch die offiziellen Definitionen einer Behinderung welche die Nazis publizierten, aber auch wie heutzutage eine Behinderung deklariert wird.
Um nicht nur theoretisch über die 10.000 ermordeten Opfer aus Hadamar zu sprechen, beschäftigen wir uns mit verschiedenen Biografien. Dabei redeten wir über Opfer vom Kindesalter bis hin zum Erwachsenenalter. Die Diagnosen der Opfer waren aus heutigem Verständnis sehr kritisch zu verstehen, was uns wieder einmal die pure Willkür der Nationalsozialisten vor Augen führte.
Unser Aufenthalt in der Gedenkstätte beschränkte sich nicht nur auf den Workshop, sondern wurde mit einem Rundgang über das Gelände kombiniert. Dabei durften wir uns die Bus-Ankunftshalle anschauen, welche als einzige aus dem Euthanasie-Programm noch zu besichtigen ist. Ein typisches Symbol der Euthanasie sind die grauen Busse, mit welchen die Menschen transportiert wurden, weshalb sich die Bushalle für uns so eindrucksvoll darstellte.


Eine sehr besondere Erfahrung für uns alle war die Besichtigung des Kellers, in dem sich die Gaskammer befindet. In Zusammenhang dazu sahen wir auch die Verbrennungsanlagen, beides wirkte sehr sensibilisierend auf uns im Bezug zu den vielen Opfern dieser Zeit.
Unser Rundgang schloss auf dem Friedhof, welcher in den 60er Jahren als Gedenkstätte im Sinne eines Gartens umgestaltet wurde.

Wir, der Geschichtsleistungskurs, sind dankbar einen solch lehrreichen und informativen Tag erlebt haben zu dürfen.