28.06.2020 15:01 Alter: 11 days

Back to the 20s


An eine Verabschiedung der Abiturientinnen und Abiturienten im großen Stil – an der Bad Nauheimer Ernst-Ludwig-Schule seit Jahren Tradition – war diesmal angesichts der Corona-Pandemie nicht zu denken. Dennoch wollte man den Abi-Jahrgang, dessen Verbundenheit mit der Schule durch vielfältige Aktivitäten in den letzten acht Jahren deutlich wurde, nicht sang- und klanglos ziehen lassen. So gab es eine zeitlich beschränkte Feierstunde für die einzelnen Tutorengruppen – natürlich unter strengsten Hygieneauflagen. Für die erweiterte Schulleitung bedeutete dies erheblichen Mehraufwand, mussten innerhalb von zwei Tagen doch acht Gruppen verabschiedet werden.


Feierlich und stilvoll wurde es trotzdem – dafür hatten Dorothee Hildebrand, Ulrich Drewel und Gerald Mattlener mit ihren Helfern gesorgt, die die Mehrzweckhalle festlich umgestaltet hatten. An verschiedenen Drehorten rund um die Schule und rund um Bad Nauheim hatten die Abiturienten ein beeindruckendes Musikvideo erstellt, das per Beamer vorgeführt wurde – notgedrungen war der traditionelle Abichor in diesem Jahr neue Wege gegangen, da auf Live-Gesang verzichtet werden musste.

Auch die Lehrerrede, gehalten von Andrej Bozic kam per Videoeinspielung. Er erinnerte sich darin an gemeinsame Erlebnisse mit den Abiturientinnen und Abiturienten, sprach über den »moralischen Kompass« und die Wichtigkeit von Empathie. Abschließend betrachtete er den künftigen Lebensweg des Jahrgangs und wünschte sich, dass dieser »die Welt ein Stück besser machen« soll.Die Zeugnisausgabe wurde vorgenommen von Schulleiterin Brigitte Jung-Hengst, den Tutoren und dem Verein der Freunde, vertreten durch Simone Sostmann und Carolin Pascal, der den Abiturienten das traditionelle Erinnerungsgeschenk überreichte.


Die Schulleiterin sprach von »einem ganz besonderen Jahrgang«, nicht, weil es sich um den letzten G8-Jahrgang gehandelt habe und auch nicht wegen Corona, sondern »weil in diesem Jahrgang viele ganz besondere junge Menschen sind, mit denen man ganz einfach gern zu tun hat: vorausdenkend, umsichtig, freundlich, hilfsbereit, beeindruckende Musiker und leistungsstark«.

Brigitte Jung-Hengst thematisierte in ihrer letzten Verabschiedung der Abiturienten (sie wird am Ende des Schuljahres in den Ruhestand versetzt) die bizarre Situation, die viele verunsichere. In diesem Zusammenhang formulierte sie den Begriff »objektive Realität«, die keiner kenne und der wir uns nur annähern könnten. Diese Annäherung könne nur erreicht werden, wenn man offen sei, aufeinander zugehe und sich so oft wie möglich über die subjektiven Eindrücke von Realität austausche. Sie appellierte in diesem Zusammenhang an die Abiturientinnen und Abiturienten, sich ihre Offenheit zu erhalten und sich Ziele zu setzen, »denn Sie werden diejenigen sein, die unsere Zukunft mitgestalten.«.


Paul Sostmann und Erik Griess hielten die Schülerrede, die auch vorher aufgezeichnet worden war und per Video eingespielt wurde. Sie sprachen über ihr »hochgeliebtes Backsteingebäude« und über die darin geschlossenen Bekanntschaften. Auch den einen oder anderen Lehrer habe man dort liebgewonnen. Bezugnehmend auf das Abimotto »Back to the Twenties« wünschten sich die beiden für ihre Mitabiturientinnen und -abiturienten, dass ihre goldenen Zwanziger noch vor ihnen liegen mögen.


Für ein hervorragendes Abitur in Verbindung mit außergewöhnlichem sozialem Engagement wurde Linus Doufrain vom Rotary Club Bad Nauheim/ Friedberg, vertreten durch Stefan Zettl, ausgezeichnet. Linus Doufrain erhielt auch die Pierre-de-Coubertin-Medaille (s. gesonderter Artikel). Weitere besondere Ehrungen gab es für: Clara Jünger, Felix Neunzig, Paul Sostmann (alle vorgeschlagen für die Studienstiftung des deutschen Volkes), Camilla Czempin, Annika Krupp, Jan Philipp Schmidt (alle MINT), Finn Wagner (Mathematik), Nick Decker, Torben Munzel, Finn Wagner (alle Physik), Emma Ritzel, Jan Philipp Schmidt (beide Chemie), Luca Conrad (Ethik), Franka Begrich, Anna Buchwald, Camilla Czempin, Tamara Flemmer, Emma Gorgas, Marika Hildebrand, Jan Henrik Kleiner, Annika Krupp, Katharina Menhart, Leonie Minor, Carolin Münster, Luisa Noll, Sophia Momo Peuser (alle e-fellows.net). Caroline Fisseler erhielt das Exzellenzlabel CertiLingua, das herausragende sprachliche, europäische und interkulturelle Kompetenzen bescheinigt.