Die gut gefüllte St.-Bonifatius-Kirche bot mit ihrer besonderen Akustik und Atmosphäre erneut den idealen Rahmen für das Konzert. Beide Ensembles – der Chor der Klassen 5 bis 7 sowie der Chor der Klassen 7 bis 13 – überzeugten mit klangschönem Gesang und einem vielseitigen, inhaltsstarken Programm.
Den Auftakt gestaltete Clara Schröter (Klasse 10b), die bei „Ich seh’ das Licht“ das Dirigentenpult übernahm und das Ensemble leitete. Anschließend präsentierte der Chor der Klassen 7 bis 13 unter der Leitung von Julia Hachenburger und Andreas Ziegler einen ersten Programmblock, der die stilistische Bandbreite des Ensembles sichtbar machte. Auf „Look to This Day!“ folgte das getragen interpretierte „Ubi caritas et amor“, ehe mit „Irgendwas bleibt“ eine Pop-A-cappella-Nummer das Programm ergänzte.
Danach übernahm der Unter- und Mittelstufenchor (Klassen 5–7) die Bühne. Die jüngeren Sängerinnen und Sänger überzeugten bei „Flashlight“ durch rhythmische Sicherheit, wobei Mark Zhitomirsky (Klasse 6d) den anspruchsvollen Klavierpart sehr musikalisch und souverän gestaltete. Auch mit dem Pink-Song „What About Us“ stellten die jungen Stimmen ihr Können unter Beweis.
Nach Stücken wie „Es ist nicht immer leicht, ich zu sein“, „The Rose“ oder „Bitte gib mir nur ein Wort“ rückte einer der Schwerpunkte des Programms in den Mittelpunkt: Kompositionen, die sich mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen. Der Chor 7–13 griff mit den Titeln „Ode an die Zukunft“ und „Laut sein“ Themen auf, die unsere Gesellschaft gegenwärtig intensiv beschäftigen. Dabei wurde deutlich, dass Musik nicht nur verbindet, sondern auch wichtige Botschaften transportieren kann. In diesen Programmbereich eingebettet war das energiegeladene „Joyful, Joyful, We Adore Thee“, das von Fiona Kranl (Klasse 10e) dirigiert wurde.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Anbindung des Konzerts an ein historisch und kirchenmusikalisch bedeutsames Datum: Es fand am 350. Todestag des Lieddichters und Theologen Paul Gerhardt statt. Dieser Anlass wurde passend zum sakralen Aufführungsort überzeugend in das Programm integriert. Ergänzende Texte des Dichters verliehen dem Abend zusätzliche inhaltliche Tiefe.
Die gute Vorbereitung der Chöre ist nicht zuletzt auf die Proben- und Konzertreise nach Langeoog zurückzuführen, die ein besonderes Highlight im bald endenden Schuljahr darstellte. Mehrere Titel des Programms – darunter das rhythmisch anspruchsvolle Swahili-Vaterunser „Baba Yetu“, das traditionelle A-cappella-Stück „Bino Batata“ sowie „Lean on Me“ – wurden dort bereits erarbeitet und aufgeführt. Die intensive Arbeitsphase wirkte sich spürbar auf die Chorgemeinschaft und die musikalische Qualität des Ensembles aus. Dies zeigte sich nicht zuletzt darin, dass einzelne Schülerinnen und Schüler solistisch souverän hervortraten.
Die Ernst-Ludwig-Schule dankt der Bürgerstiftung Bad Nauheim sehr für die finanzielle Unterstützung ihrer musikalischen Projektarbeit. Die bereitgestellten Fördermittel leisten einen wertvollen Beitrag zur Arbeit der Chöre und des Orchesters und ermöglichen den Schülerinnen und Schülern besondere musikalische Erfahrungen, die weit über den regulären Unterricht hinausgehen.
Zum Finale traten alle beteiligten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 13 gemeinsam auf. Mit dem Stück „We Are One“ wurden die diesjährigen Abiturientinnen und Abiturienten traditionell feierlich aus dem Chor verabschiedet. Paul Gerhardts Abendlied „Nun ruhen alle Wälder“ und Hillers „Abendlied“-Kanon beendeten den Konzertabend. Das Publikum entließ den Chor jedoch erst nach zwei Zugaben von der Bühne. Zuvor dankte Schulleiter Dr. Lorenz Metzger allen Beteiligten und zeigte sich sichtlich stolz auf die engagierte Ensemblearbeit an der Ernst-Ludwig-Schule.

