Fächerübergreifendes Berufsorientierungs-Curriculum der Ernst-Ludwig-Schule Bad Nauheim

Vorwort

Angesichts des raschen Wandels in der Arbeitswelt stehen Heranwachsende im Vergleich zu ihren Eltern vor wesentlich höheren Anforderungen an ihre Leistungsfähigkeit und Selbstständigkeit, besonders wenn es um ihre Berufswahl und Lebensplanung geht. Sie sehen sich konfrontiert mit den Auswirkungen des Strukturwandels in Europa und mit den Entwicklungen zur Globalisierung. Einen „Beruf fürs Leben“ gab es vielleicht noch für ihre Eltern – für die jungen Erwachsenen gilt das nur noch eingeschränkt. Feste Berufsfelder und Berufsrollen, geradlinige persönliche Bildungsbiografien und sichere Planungsperspektiven haben sich zugunsten von Flexibilität und Veränderungsdynamik aufgelöst. Diese rasante Veränderung der Arbeitswelt stellt somit auch die an dem Bildungsprozess beteiligten Institutionen vor neue Aufgaben.

Die Berufs- und Studienorientierung soll dazu führen, dass die Schülerinnen und Schüler die eigenen Wünsche, Interessen und Neigungen entdecken, erforschen und hinterfragen lernen
sowie Begabungen und Fähigkeiten wahrnehmen können, um persönliche Erwartungen reflektieren und einschätzen zu lernen.

Wir haben die Berufsorientierung curricular eng an das Fach „Politik und Wirtschaft“ angebunden, um somit eine enge Vernetzung mit den dort angesiedelten Themenbereichen „Gesellschaft“, „Arbeit“ und „Ökonomie“ zu erreichen. Jedoch begreifen wir die Berufs- und Studienorientierung als fächerübergreifende Querschnittsaufgabe, zu der jedes Fach nicht nur seinen fachspezifischen Beitrag leistet, sondern insbesondere durch die Förderung überfachlicher Kompetenzen wie zum Beispiel Selbständigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Kritikfähigkeit und Methoden- und Medienkompetenz dazu beiträgt, die Grundlagen der Ausbildungs- und Studienreife zu schaffen. Als MINT-EC-Schule und Schule mit Schwerpunkt Musik gilt darüber hinaus ein besonderes Augenmerk der Berufsorientierung den Bereichen MINT und Musik.

Wir sind uns bewusst, dass wir als Schule alleine eine neigungs- und fähigkeitsbezogene Orientierung nicht leisten können. Eine enge Kooperation mit Partnern aus Wirtschaft,  Universitäten und der Bundesagentur für Arbeit soll uns dort Unterstützung und Hilfestellung sein, wo - bezogen auf spätere Berufsqualifikationen - spezielles Wissen gefragt und gefordert ist. Um eine noch bessere Verzahnung von Theorie (Schulausbildung) und Praxis (Beruf) zu erreichen, unterhalten wir Bildungspartnerschaften mit Unternehmen aus dem heimischen Wirtschaftsraum. Als Teil des Schulzentrums am Solgraben streben wir überdies eine enge Zusammenarbeit mit den Beruflichen Schulen am Gradierwerk und der Solgrabenschule an.

In der Mittelstufe (9. Klasse) sollen die Schülerinnen und Schüler in einem ersten Betriebspraktikum die Arbeit in ihrer vielfältigen Bedeutung und Form als Elementarfaktor für die Menschen und ihren Lebensraum erkennen, ihr einen persönlichen Stellenwert zuordnen und erste Erkenntnisse über eigene Fähigkeiten und Neigungen gewinnen können.

In der Oberstufe zielt die Berufsorientierung an unserer Schule auf eine kritisch-produktive Auseinandersetzung mit der Berufs- und Arbeitswelt, aber auch auf konkrete Informationen und Hilfen zur Studien- und Berufswahl ab. Wir wollen in einer immer unübersichtlicher sich darbietenden Erwerbswelt das Spektrum vorhandener Berufsfelder darstellen und einen ersten Einblick in die Struktur einzelner Berufe ermöglichen und damit Wege nach dem Abitur aufzeigen - sei es für ein Studium oder für eine berufliche Ausbildung.

Wir bemühen uns gemeinsam und mit Hilfe externer Partner, die bestmöglichen Informationsquellen zu erschließen, um den Heranwachsenden ein Koordinatensystem zu vermitteln, in dessen Bezugsrahmen sich individuell sehr unterschiedliche Suchbewegungen entwickeln können. Am Ende eines längeren Prozesses soll eine möglichst reflektierte und selbstverantwortliche Entscheidung stehen.

Das zweite Betriebspraktikum am Ende der Einführungsphase soll bereits auf eine konkrete, interessengeleitete Studien- bzw. Berufswahl hinzielen.
Eine Hilfestellung für die nun konkret werdende Studien- bzw. Berufswahl geben wir zu Beginn der Q1 mit unseren Berufs- und Studienorientierungstagen – Schülerinnen und Schüler erhalten hier die Gelegenheit, sich bei Vertretern von Hochschulen und Firmen über Berufsfelder und Studienmöglichkeiten zu informieren sowie  an studienfeldbezogenen Beratungstests teilzunehmen. In Seminaren und Workshops, die von qualifizierten externen Fachleuten durchgeführt werden, erhalten die Schülerinnen und Schüler Unterstützung hinsichtlich schriftlicher Bewerbungen und können sich mit den auf sie zukommenden Anforderungen in Bewerbungsgesprächen und Auswahlverfahren vertraut machen.
In den Jahrgangsstufen Q 1 und Q 3 sind unsere Schülerinnen und Schüler aufgefordert mit dem Besuch von Hochschulinformationstagen ihre Berufs- und Studienorientierung zu konkretisieren bzw. zu überprüfen.

Neben diesen fest in den einzelnen Jahrgangsstufen verankerten Maßnahmen haben die Schülerinnen und Schüler jederzeit die Möglichkeit in den BO-Beratungssprechstunden und in den regelmäßigen Schulsprechstunden der Bundesagentur für Arbeit Hilfestellungen zur Berufs- und Studienorientierung zu erhalten.

Gezielte Hinweise auf  Studium und Berufsausbildungen liefern zudem unsere Pinnwände in zentralen Bereichen unseres Schulgebäudes sowie regelmäßig durch die Tutorinnen und Tutoren weitergeleitetes Informationsmaterial.

Sabine Kutzner

Fächerübergreifendes BO-Curriculum der ELS (PDF)

Wichtige Formulare:

Nächste Termine für Betriebspraktika:

Klasse 9 20.-31.1.2020

E-Phase 15.6.-26.6.2020.