12.12.2022 11:51 Alter: 53 days
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ELS-Schüler als Diplomaten in Leiden unterwegs


Vom 11. bis zum 13. November 2022 nahmen über 450 Schülerinnen und Schüler an den „Leiden Model United Nations“ (LEMUN) teil, einer Konferenz des Stedelijk-Gymnasiums Leiden in Holland. Die „Model United Nations“ simulieren Verhandlungsprozesse bei offiziellen Sitzungen der Vereinten Nationen, um Jugendliche für die Partizipation an politischen Prozessen zu begeistern und das Interesse an internationalen Beziehungen sowie aktuellen weltpolitischen Geschehnissen zu fördern. Auch 16 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Ernst-Ludwig-Gymnasiums Bad Nauheim nahmen dieses Jahr an den Konferenzen teil. Zusammen mit den Lehrkräften Meike Giger und Elisabeth Kaiser reiste die Gruppe nach Holland, um drei Tage in die Rolle der Delegierten zu schlüpfen. Jeder hatte die Aufgabe, ein Land, von den Vereinigten Arabischen Emiraten über Tschechien bis hin zu Kasachstan, mit seinen jeweiligen Standpunkten und Werten authentisch in einem der verschiedenen Komitees, wie dem Economic and Social Council, der General Assembly oder dem Security Council zu vertreten. Dies erforderte eine intensive Beschäftigung mit dem zugeteilten Land und den Themen der Konferenzen. Deshalb hatten sich die Ernst-Ludwig-Schülerinnen und -Schüler seit Anfang des Jahres einmal wöchentlich getroffen, um sowohl die Verfahrensregeln als auch die zahlreichen komplizierten Formalitäten kennenzulernen. Trotz der anfänglichen Aufregung können rückblickend alle überzeugt sagen, dass der Lerneffekt groß und die Zeit unvergesslich war. Zwischen dem stundenlangen „Lobbying“ und Debattieren hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die wunderschöne Stadt Leiden zu genießen. Nach einer langen Anreise am ersten Tag, ging die gesamte Gruppe zusammen essen. Hierfür gab es in Leiden eine große Auswahl, welche die Schülerinnen und Schüler voll und ganz ausnutzten. Schnitzel, Burger, thailändische Spezialitäten und natürlich auch Pizza und Pasta standen an den vier Tagen auf der Speisekarte. Mit der praktischen Lage des Hotels waren die wunderschönen Restaurants schnell und einfach zu Fuß zu erreichen. Auch die Unterkunft im Fletcher Wellness Hotel Leiden war mehr als sich die Schülerinnen und Schüler erhofft hatten. Ein wunderschöner Ausblick auf die Stadt, die zentrale Lage und ein guter Zimmer-Service machten die modern ausgestatteten Zimmer perfekt, um abends nach dem anstrengenden Debattieren perfekt zu entspannen. Dennoch stand die Entspannung für einige Schülerinnen und Schüler auch nach dem „Feierabend“ nicht unbedingt auf der Tagesordnung: die aufregenden Konferenzen motivierten sie dazu, sich auch noch bis spät in die Nacht hinein Gedanken über ihre Komitees zu machen und sich mit Vorfreude auf den nächsten Tag vorzubereiten, denn Resolutionen und überzeugende Reden zu Themen wie Kryptowährungen, dem Massensterben von Insekten und der Reformierung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen schreiben sich bekanntlich nicht von alleine. Zur Freude der Schülerinnen und Schüler waren die Konferenzen jedoch nicht nur da, um nach den strengen Richtlinien zu offiziellen diplomatischen Verhandlungen zu debattieren. Die sogenannten „Chairs“ (Moderatoren) bemühten sich darum, die Konferenzen spaßig zu gestalten, in dem sie verspätete Delegierte Tänze vor dem Komitee aufführen ließen und eine „Gossip Box“ bastelten, in welcher die Schülerinnen und Schüler der verschiedenen Konferenzen Zettelchen mit dem neuesten Tratsch und Klatsch innerhalb ihres Komitees einwerfen konnten.
Dennoch standen natürlich die Debatten zu aktuellen weltpolitischen und gesellschaftlichen Ereignissen im Vordergrund. Die aufregenden Diskussionen, das Reden vor dem Komitee und die Zusammenarbeit mit anderen Delegierten aus den verschiedensten Ländern erweckten in einigen der Schülerinnen und Schüler den Traum, später selbst eine Karriere als Diplomat anzustreben. Abschließend können die Schülerinnen und Schüler der ELS nur bestätigen, dass Leiden Model United Nations für alle ein voller Erfolg war und sie es kaum erwarten können, an der nächsten Konferenz teilzunehmen.  


Joanna Bennett, Julia Blum, Alissa Ristau