25.02.2020 17:35 Alter: 95 days

Bürgerstiftung überreicht der Schule ein Buchgeschenk


Eine großzügige Bücherspende durch die Bürgerstiftung »Ein Herz für Bad Nauheim« durfte die Ernst-Ludwig-Schule entgegennehmen. Anlass war das Erscheinen des dritten und vierten Bandes der Reihe »Amerikanische Spuren in Bad Nauheim«. Die Bürgerstiftung, vertreten durch ihren ehemaligen Präsidenten Armin Häfner, den früheren Schulleiter der ELS, Vizepräsidentin Ulrike Basler-Kaiser und Stadtarchivarin Brigitte Faatz, die Initiatorin der Publikation, überreichten Schulleiterin Brigitte Jung-Hengst jeweils einen Klassensatz der »Amerikanischen Spuren. Über die Bereicherung des Buchbestands freute sich auch Bibliotheksleiterin Waltraud Leuthäusel, während Fachbereichsleiterin Eva Pfeiffer-Heidecke die Möglichkeit thematisierte, die Hefte im Unterricht einzusetzen.
Seit 2011 hat sich Stadtarchivarin Brigitte Faatz die Aufgabe gestellt, die Besatzungszeit nach 1945 zu erforschen. Ihr besonderes Interesse galt dabei dem Zusammenhang mit der Historie der Bad Nauheimer Gebäude (Hotels, Staatsbadgebäude, Firmen, Geschäfte etc.). Entstanden ist dabei eine reich bebilderte Arbeit von sehr hohem stadt- und zeitgeschichtlichem Wert. Immer wieder ergaben sich dabei Gespräche mit Zeitzeugen, die persönliche Erinnerungen offenbarten, die wiederum motivierten, neuen »Amerikanischen Spuren in Bad Nauheim« nachzugehen.
Im Mittelpunkt des dritten Bandes stehen zwei der größten Hotels in Bad Nauheim, »Hilberts Parkhotel« und das Hotel »Kaiserhof«. Privatdokumente und Zeitzeugenberichte erzählen von schicksalhaften Lebenswegen hinter den Kulissen der beiden Luxushotels vor dem Hintergrund der amerikanischen Besatzungszeit. Als Gastautor erinnert sich Armin Häfner, Ex-Stiftungspräsident und ehemaliger Direktor der Ernst-Ludwig-Schule, an den Besuch von Helen Patton, der Enkelin des Vier-Sterne-Generals George S. Patton, die auf den Spuren ihres Großvaters in Bad Nauheim wandelte, der sich 1945 als Befehlshaber der 15. US-Armee dort zwei Monate aufgehalten hatte.
Der vierte und letzte Band der Publikation »Amerikanische Spuren in Bad Nauheim« stellt die Kolonnaden und das Kurhaus in den Mittelpunkt. Sehr lebendig wird hier geschildert, wie das schwer beschädigte Kurhaus von amerikanischen Truppen besetzt wurde, dort schnellstmöglich eine Notbühne aufgebaut wurde, um das Theater für Unterhaltungsprogramme nutzen zu können. Vereinzelt konnten auch die Bad Nauheimer die Bühne nutzen. Damit verbunden ist eine Episode aus der Schulgeschichte der Ernst-Ludwig-Schule, denn im Spätsommer 1946 führten Schülerinnen und Schüler der ELS William Shakespeares »Sommernachtstraum« auf - mit der Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy, einstudiert von Ernst Robert Niederhoff.
Je zwei Klassensätze „Amerikanische Spuren in Bad Nauheim“ (Bd. 3 und Bd. 4 – die Bände 1 und 2 hatte die Bürgerstiftung der Schule bereits 2017 gespendet) liefern wertvolle Einblicke in die Stadt- und Regionalgeschichte, die durch die vielen Bildern den Schülern der Jahrgangsstufen 10, in der Oberstufe und insbesondere aufgrund der Thematik den Schülerinnen und Schülern des deutsch-englischen bilingualen Zuges sehr anschaulich präsentiert wird. Die Reihe liegt jetzt also vollständig vor mit jeweils einem Klassensatz in der LMF sowie je zwei Exemplaren in der Schülerbibliothek. Die Schulleitung bedankte sich bei der Bürgerstiftung und zollte Stadtarchivarin Brigitte Faatz höchste Anerkennung für ihre akribische Arbeit.