23.06.2019 10:16 Alter: 88 days
Kategorie: fb1, Musik

Singen! Singen! Singen!


Wie viel Freude das Singen bereiten kann, konnte bei dem Chorkonzert am 19.06.2019 miterlebt werden. Offenbar standen Liedauswahl, Gemeinschaftsgefühl und Engagement der Lehrkräfte Dorothee Hildebrand, Andrej Bozic und Andreas Ziegler im Einklang, sodass Chöre und Solisten ein überzeugendes zweistündiges Programm in der bis auf den letzten Platz gefüllten Halle am Solgraben darboten.

Eröffnet wurde mit einem aus den Klassen 5c, 5f und 6c gebildeten und von Andrej Bozic geleiteten Chor, der schon mit dem ersten Lied „Down by the Sally Gardens“ bezaubern konnte, nicht zuletzt durch das Solo von Sarah Morafiq (5c). Es erklangen danach drei weltbekannte Songs von Michael Jackson, nämlich „Earth Song“, „Heal the World“ und „We are the World“, die mit Begeisterung und Volumen zu Gehör gebracht wurden.

Es folgten zunächst Solisten, die aus der Arbeit des Vokalensembles, das ebenfalls von Andrej Bozic mit Verve geleitet wird, erwachsen. Liv Wagner (10c) berührte mit „Gabriellas sång“ aus dem Film „Wie im Himmel“ und sorgte für einen ersten Gänsehauteffekt. An „All of Me“ von John Legend wagten sich Laurenz Kowoll (8d) und Yannik Hofmann (10d). Sie meisterten die Herausforderung bravourös und wurden mit langanhaltendem Applaus belohnt. Ali Sevi (7c) sorgte mit seiner Interpretation des „Ave Maria“ für einen weiteren Gänsehautmoment, als seine glockenhelle Stimme den Raum füllte. Die folgenden beiden altenglischen Chorsätze – „Weep, O Mine Eyes“ und „April Is In My Mistress‘ Face“ - präsentierte das gesamte Vokalensemble hochkonzentriert und absolut intonationssicher.

Der Chor 5/6 unter Bozic' Leitung mit Andreas Ziegler am Klavier startete im Anschluss mit Rutters „For the Beauty of the Earth“ in sein anspruchsvolles Chorprogramm, denn den jüngsten Sängerinnen und Sängern wurden stimmliche Höhenflüge abverlangt. Es folgte von Andreas Ziegler am Klavier geleitet das vom Chor selbst gewünschte „Happier“ von Marshmello/Bastille, bei dem vor allem die präzise Aussprache im hohen Tempo zu loben war. Schließlich führte der Chorleiter vor der Pause beide Chöre 5/6 und 7-13 zusammen, sodass nun etwa 90 Sängerinnen und Sänger sich langsam steigernd in das vierstimmige Chorarrangement „Glorious“ von Tom Fettke zu einem ersten Höhepunkt vereinten.

Nach der Pause präsentierte sich ein aus dem regulären Musikunterricht heraus gebildeter Chor mit Schülerinnen und Schülern der Klassen 10c und 10d unter der Leitung von Dorothee Hildebrand. Zunächst erklang aus dem Bereich Pop die bekannte Ballade „Mad World“, im Anschluss erschallte der Wunsch „Have a Nice Day“ in einer dreistimmigen Fassung. Begleitet wurde der Gesang durch Janis Wetzel (10d) am Schlagzeug sowie Luca Winget und Iakov Zhitomirsky (10c) am E-Bass. Mit dem empathischen, aber auch enthusiastischem Vortrag überzeugte auch dieses Ensemble und das Publikum honorierte die Leistung entsprechend.

Der Chor 7-13 trat mit einem sehr vielfältigen Programm in zwei Blöcken auf. Zunächst zeigten sich die jungen Stimmen in einem von Andreas Ziegler arrangierten Chorsatz zu dem Oscar nominierten Song „The Place Where Lost Things Go“, wobei neben einem ausgewogenen Chorklang immer wieder solistische Passagen hervorstachen und sich andere Stimmen klanglich schön unterordneten. Ebenso klangschön endete der erste Block des weiterführenden Chores mit dem berühmten a cappella „Irish Blessing“ von Moore, das Andreas Ziegler zum Anlass nahm, sich von der Abiturientin Veronika Özdemir zu verabschieden. Davor präsentierte der Chor das Spiritual-Arrangement von Markus Detterbeck „Soon I Will Be Done“, auch wenn das Tempo hier recht flott gewählt war, zeigte der Chor mit diesem reinen a cappella Satz sein großes Können. Immer wieder formierten sich die Stimmen neu zu gleichbleibenden Melodiemustern und entfalteten sich bis zur 6-Stimmigkeit. Bei den folgenden Sätzen zu „You Raise Me Up“ und „A Million Dreams (aus The Greatest Showman)“ kamen wieder die 5/6er dazu und Andrej Bozic begleitete am Klavier: klare Intonation, facettenreiche Dynamik und ein absoluter weiterer Höhepunkt.

Das Konzert endete schließlich mit dem zweiten Chorblock des weiterführenden Chores unter der Leitung von Andreas Ziegler, der sich hier drei besonders schwere Stücke vorgenommen hatte. Mit „Engel“ von Rammstein im Maybebop-Arrangement von Oliver Gies steigerte sich der Chor von modernen a cappella Klangflächen über eine Chorfuge bis hin zur explosionsartigen Entladung unter Beatboxing-Klängen im Bass. Dem folgte eine Uraufführung eines Arrangements von Iakov Zhitomirsky (10c), der mit „Different World“ ein fast auf den Chor maßgeschneidertes Stück angefertigt hatte. Sehr gerne hatte der Chor die Herausforderung angenommen und einen neuen Chorsatz eines Mitschülers uraufgeführt, was das Publikum mit tosendem Applaus honorierte.

Schließlich endete ein wunderbarer Abend mit der großen „Bohemian Rhapsody“ von Freddie Mercury und Queen. Mit diesem zeitlos grandiosen Chorwerk setzte der Chor 7-13 unter Zieglers Leitung (am Klavier) einen ersten Höhepunkt. Hier zeigte sich der Chor auf seiner bereits vielfältig erwiesenen Höhe, klangschöne solistische Chorpassagen wechselten sich mit schweren harmonischen a-cappella Teilen ab und führten den Chor in einen absoluten Höhenrausch, wobei sich immer wieder Klarheit und Ruhe einstellten. Bravo! Das Publikum forderte die verdiente Zugabe: Der Chor endete nochmals mit dem a-cappella Blessing von Moore.

Neben dem Publikum zeigte sich auch Schulleiterin Brigitte Jung-Hengst begeistert. Sie lobte die überzeugenden Leistungen und bedankte sich bei allen Mitwirkenden für dieses großartige Chorkonzert, insbesondere bei Dorothee Hildebrand, Andrej Bozic und Andreas Ziegler für das Engagement.

Eva Pfeiffer-Heidecke
Fotos: Brigitte Jung-Hengst