Abiza – Party auf Ibiza

Die Außentemperaturen passten schon einmal, als sich am Nachmittag des letzten Schultags die Gäste des diesjährigen Abiballs auf den Weg machten. Nicht ganz nach Ibiza, sondern in den Aralia Ballroom nach Nieder-Mockstadt. Dort erwartete sie – nach teils schweißtreibender Parkplatzsuche – ein glücklicherweise angenehm heruntergekühlter und passend zum Motto geschmückter Ballsaal.
Schon die Liedauswahl des Chors – „Viva la Vida“ (Coldplay) sowie „Our Last Summer“ und „Slipping Through My Fingers“ (beide von ABBA) – spiegelte die Stimmung vieler Abiturientinnen und Abiturienten wider: das Feiern des Erreichten und den Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt – voller Stolz, Dankbarkeit und einer Portion Wehmut.
Nach einer tollen Performance der Schülerband, zu der unter anderem die beiden Abiturientinnen Lucy und ZsaZsa gehörten, spiegelte sich diese ambivalente Stimmung auch in der Schülerrede von Audrey Zambou wider. Sie erinnerte an viele schöne, aber auch – mit einem Augenzwinkern – „leicht traumatisierende“ Momente der Schulzeit, widersprach dem Klischee einer „verlorenen, hoffnungslosen und faulen Generation“ und betonte, Teil eines ganz besonderen Jahrgangs zu sein. Nun gelte es, Verantwortung zu übernehmen und zu zeigen, dass „es besser geht“.
Nach einer Stärkung am reichhaltigen Buffet wurde Benjamin Pizarro für die Lehrerrede auf die Bühne gebeten. In seiner sehr persönlichen und bewegenden Ansprache stellte er dem diesjährigen Abiturjahrgang ein symbolisches „Textzeugnis“ aus. Neben einem Rückblick richtete er den Blick vor allem nach vorn – auf die neue Lebensphase der Absolventinnen und Absolventen: die Freiheit. Freiheit, so Pizarro, sei wie ein Muskel, der außerhalb der eigenen Komfortzone trainiert werde. Nicht beim Scrollen vor dem Bildschirm, sondern beim tatsächlichen Navigieren durch die Welt. Das gelinge auf Reisen, durch das bewusste Auslassen von Abkürzungen und das stetige Hinterfragen der eigenen Werte. Augenzwinkernd ergänzte er, dass es dafür nicht immer die große Reise brauche – manchmal könne schon ein dreistündiger Aufenthalt im Schienenersatzverkehr der Deutschen Bahn wertvolle Erfahrungen bereithalten. Zum Abschluss ermutigte er den Jahrgang, unbequem und kritisch zu bleiben, und äußerte die Hoffnung, dass sich ihre Wege immer wieder kreuzen würden.
Im weiteren Verlauf des Abends folgte ein Allgemeinwissensquiz für die Tutorinnen und Tutoren und anschließend auch für die Abiturientinnen und Abiturienten, das viele bereits vom Abigag kannten. Ergänzt wurden die Fragen durch das Erkennen typischer Lehrerzitate – sehr zur Freude des Publikums und mit einem gewissen Blamagerisiko für die Lehrkräfte.
Nach einer weiteren Schülerrede von Rami Salah, der humorvoll auf die gemeinsame Schulzeit zurückblickte, begann schließlich der lockere und inoffizielle Teil des Abends. Mit der Eröffnung der Tanzfläche wurde ausgelassen gefeiert – dank guter Musik, bester Stimmung und nicht zuletzt der vier aufgestellten Windmaschinen.
Auch wenn allen bewusst war, dass der Abend in Nieder-Mockstadt stattfand – spätestens mit den sommerlichen Temperaturen, der ausgelassenen Stimmung und den vielen strahlenden Gesichtern fühlte es sich für einen Moment fast wie auf Ibiza an. Es wurde gefeiert, getanzt, gelacht und gemeinsam auf die vergangenen Schuljahre zurückgeblickt – ein Abend voller Emotionen, schöner Begegnungen und unvergesslicher Momente.
Die Ernst-Ludwig-Schule wünscht dem diesjährigen Abiturjahrgang von Herzen alles Gute für die Zukunft. Es war eine Freude, euch auf eurem Weg begleiten zu dürfen. Bewahrt euch eure Neugier, euren Mut und die Freundschaften, die in dieser Zeit entstanden sind. Wir freuen uns darauf zu sehen, wohin euch eure Wege führen, und hoffen, dass ihr der ELS auch in Zukunft verbunden bleibt.